Die Kinder leiden mit – CDA diskutierte über die rot-grüne Arbeitsmarktreform

Es war eines der ehrgeizigsten Projekte der rot-grünen Bundesregierung. Eine umfassende Arbeitsmarktreform, die schließlich in die Hartz-Gesetze mündete. Wie sieht die Bilanz nach 20 Monaten aus?

Diese Frage stellte die CDA bei einem Treffen im St. Barbara-Haus. Fachkundige Referenten standen den Politikern dabei zur Seite. Neben Thomas Bleiker, Abteilungsleiter des Zentrums für Arbeit im Kreis Coesfeld nahmen auch Herbert Wies von der Stadt und der CDU-Wahlkreisabgeordnete Karl Schiewerling an der Diskussion teil.
Auf positive Resonanz stieß dabei das Optionsmodell, wie es auch in Dülmen umgesetzt wird. Gegenüber dem Arbeitsgemeinschaftsmodell aus Städten und Arbeitsagentur hätte dies Vorteile in Hinblick auf Flexibilität und Schnelligkeit sowie bessere Umsetzungsmöglichkeiten vor Ort, betonte Herbert Wies. Nun gelte es, das im Kreis Coesfeld bereits erfolgreich arbeitende System flächendeckend umzusetzen, forderte der Bundestagsabgeordnete Karl Schiewerling.

Aktuell wird je nach Kommune das ARGE oder das Optionsmodell angewendet. Konkrete Verbesserungsmöglichkeiten an den Hartz-Reformen liegen aus Sicht von Herbert Wies in den Sanktionsmaßnahmen. So sei es sinnvoller, die Leistungen nur dann auszuzahlen, wenn sich der Empfänger auch tatsächlich um Arbeit bemühe. Der überwiegende Teil der Erwerbslosen in Betreuung des Zentrums für Arbeit erfülle diese Kriterien ohnehin, allerdings gibt es in Dülmen auch Negativbeispiele. „Rund sechs Prozent der bei uns gemeldeten Erwerbslosen wird aufgrund mangelnder Kooperationsbereitschaft mit Kürzungen der Auszahlungen sanktioniert“, so Wies

Gleichwohl, so stellte sich in der Diskussion heraus, seien ebenso auf der anderen Seite noch in vielen Bereichen Defizite vorhanden. So kritisierten die Teilnehmer insbesondere, dass im Bereich der Fördermaßnahmen mehr getan werden müsste. Vor allem Kinder hätten im Leben und ihrer Schulbildung sehr unter der Arbeitslosigkeit ihrer Eltern zu leiden.