„Gerade in unseren Tagen hat niemand das Recht abseits zu stehen. Niemand hat das Recht zur Kritik, der nicht mittut an den Aufgaben der Gemeinschaft.“ - Elisabeth Küper
Merfeld. Sie war geradeaus, bescheinigt ihr Neffe Franz Küper Und hatte Durchsetzungsvermögen, ergänzt ihr Vetter Karl Espeter. Elisabeth Küper wäre am Sonntag 105 Jahre alt geworden. Gestern eröffnete Bürgermeister Jan Dirk Püttmann eine Ausstellung in der Sparkasse Merfeld über die engagierte Politikerin, die dem ersten Düsseldorfer Landtag nach dem Zweiten Weltkrieg angehörte und über Jahrzehnte mit der Kommunalpolitik eng verbunden war. Mit dabei waren die Heimatvereine Merfeld und Dülmen. Helmut Elfring, der ihr später in den Landtag nachfolgte sowie die CDU, deren Mitbegründerin sie 1953 in Merfeld war. Das Stadtarchiv erinnert an diese „verdiente Frau der ersten Stunde“ vor dem Hintergrund, dass das Land Nordrhein-Westfalen 60 Jahre alt wird.
Für Püttmann war die Merfelderin „eine großartige Persönlichkeit, die nicht abseits stand sondern persönlichen Einsatz“ zeigte. Sie habe sich für das öffentliche Wohl stark gemacht - „in einer Zeit, in der die Fahrt nach Düsseldorf fast eine Tagesreise war und viele mit dem Aufbau ihrer Existenz beschäftigt waren. Das verdient Respekt“, so Püttmann. Die Einstellung dieser selbstbewussten Frau zu dokumentieren, sei sehr wichtig.
Und das tat vor allem Brigitte Kramer aus dem Stadtarchiv. Christliches Gewissen, selbstlose Verantwortung und eine überzeugte demokratische Grundhaltung hätten Elisabeth Küper, die 1991 starb, gelenkt. Die Bundesverdienstkreuzträgerin war bis 1970 als Vorstandsmitglied im CDU-Kreisverband tätig, fünf Jahre im Kreistag und von 1964 bis 1969 Stadtverordnete.
Die Ausstellung ist unterteilt in die soziale Situation der Textilarbeiter am Ende der Weimarer Republik, das Wirken Elisabeth Küpers als Parlamentarierin vor dem Hintergrund des politischen Neubeginns und die Kommunalpolitik unter der Berücksichtigung der Gründungsgeschichte der CDU.
Zu sehen sind auch Originaldokumente. „Insbesondere für Schulklassen könnte diese Ausstellung interessant sein“, sagte Brigitte Kramer.
Quelle: Dülmener Zeitung vom 21.11.2006