Behindertenpolitik beginnt vor Ort bei den Menschen

"Behindertenpolitik beginnt vor Ort bei den Menschen. Ihre Bedürfnisse müssen immer die Leitlinien für Entscheidungen sein“, betonte der Behinderten-Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, MdB Hubert Hüppe, im Anna-Katharinenstift in Dülmen-Karthaus. Der Sozialpolitiker besichtigte jetzt gemeinsam mit seinem Kollegen und hiesigen Wahlkreisabgeordneten MdB Karl Schiewerling und der stellvertretenden CDU-Kreisvorsitzenden Anni Willms, die Einrichtung für Menschen mit Behinderung.
Die Abgeordneten zeigten sich beeindruckt von der intensiven Betreuung aber auch von der Leistungsfähigkeit der Werkstätten Karthaus. „Auch Menschen mit Behinderung haben das Recht auf Teilhabe am Arbeitsleben. Und wie gut und qualitativ hochwertig dies in der Praxis funktioniert, zeigt eindrucksvoll diese Einrichtung“, sagten Hüppe und Schiewerling während ihres Rundgangs durch die Werkstätten. Die Werkstätten Karthaus mit ihren 420 Beschäftigten produzieren für etliche Gewerbe- und Industrieunternehmen, zum Teil sogar aus dem High-Tec-Bereich.

Der Besuch der beiden Bundespolitiker beschränkte sich dabei nicht auf die reine Besichtigung. Bei ihrer Visite des Wohnbereichs, der über 300 Menschen in 34 Wohngruppen ein echtes Zuhause gibt, diskutierten die Abgeordneten auch mit Vertretern der Werkstatt- und Heimbeiräte; dies sind die Interessenvertretung der Menschen mit Behinderung innerhalb der Einrichtung. Themen des Dialogs waren unter anderem die Sicherheit der Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung sowie die Standards in der Behindertenbetreuung. Über einen zunehmenden Kostendruck berichtete derweil díe Leiterin des Anna-Katharinenstifts, Annelie Windheuser, den Gästen aus der Politik.

MdB Karl Schiewerling betonte dabei seine grundsätzliche Position zum Stellenwert der Behindertenpolitik: „Ein Gradmesser für das Funktionieren einer Gesellschaft ist, wie diese Gesellschaft mit Menschen mit Behinderung umgeht und welchen Platz sie diesen Menschen in Ihrer Mitte einräumt.“ Er forderte, dass gerade die Betreuung von Menschen mit Behinderung nicht allein unter Kostengesichtspunkten betrachtet werden dürfe. „Ethische und moralische Grundsätze lassen sich nun einmal nicht in Euro beziffern“, sagte Schiewerling.