Es ist still geworden um den politischen Dauerbrenner der vergangenen Jahre. Friedlich schlummert das ehemalige Kesselhaus auf dem Bendix-Areal. Aber hinter den Kulissen werden die Fäden gezogen. Aus dem Rathaus hört man (allerdings schon länger), dass über mögliche Konzepte mit verschiedenen Investoren gesprochen wird. „Die endgültige Entscheidung über die Zukunft des alten Kesselhauses wird jedoch politisch und keine Verwaltungsentscheidung sein“, steckt Klaus-Viktor Kleerbaum, Chef der CDU-Mehrheitsfraktion, im DZ-Gespräch das Feld klar ab.
Der Vorsitzende des städtischen Bau- und Umweltausschusses blickt mit der frische ausgehandelten Lösung beim Kapellenweg, der bekanntlich an der Lüdinghauser Straße für den Anlieger-Verkehr nicht abgebunden wird, nun auf den gesamten städtebaulichen Kontext. In den vergangenen Jahren ist aus dem alten Fabrikgelände – dank u.a. des Großinvestors Günter Voss – ein lebendiges Viertel mit Wohnen, Einkaufen und Bildung entstanden, das weit über die Grenzen der Stadt hinaus als ein Positiv-Beispiel genannt wird. Das Baugebiet Bendix steht vor seiner Komplettierung, unbebaut sind nur noch zwei Stadtvillen-Grundstücke an der Wette. Offen bleibt die Zukunft des Kesselhauses.
Es sollte mal als Kulturzentrum der zentrale Anlaufpunkt im städtebaulichen Konzept sein. Doch das Geld (in den schlechten Haushaltszeiten) und damit das Verständnis der Dülmener fehlten für die zunächst ins Auge gefasste teure Sanierung. Diese Diskussion ist inzwischen Jahre her. Bereits in 2004 hatte sich die Politik – teils schweren Herzens – dafür ausgesprochen, den damaligen Projektbeschluss nicht weiter zu verfolgen.
Schon damals beantragte die SPD zum ersten Mal, dass Kesselhaus abzureißen – was aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt wurde. Gegen den zweiten Abrissantrag der SPD argumentierte die Verwaltung damit, dass sich das Grundstück mit dem Kesselhaus besser vermarkten lasse. Eine Mehrheit der anderen Fraktionen lehnte daraufhin auch diesen Antrag ab. Die entsprechenden Abrisskosten (30.000 Euro) waren allerdings bereits in 2005 in den städtischen Haushalt eingestellt worden.
Wie weit die Vermarktungsgespräche nun fortgeschritten sind, darüber soll die Verwaltung nach Vorstellungen von Kleerbaum im kommenden Bauausschuss am Donnerstag, 01. Februar im Rathaus berichten. „Die Zeit ist reif für eine Entscheidung und dafür, die Gestaltung auf dem früheren Bendix-Gelände abzurunden. Die Verwaltung deutet Verhandlungen an. Sie soll jetzt sagen, was ist oder was nicht. Die CDU-Fraktion möchte das Thema Kesselhaus im Bauausschuss diskutieren“, sagte er.
Den Zeitrahmen steckte der Bauausschuss-Vorsitzende dabei ab: Er stellt sich eine endgültige Entscheidung bis Ostern vor. „Die Zeit des Wartens ist vorbei. Ein Konzept muss auf den Tisch.“ Kleerbaum lässt dabei offen, ob das Kesselhaus durch Dritte verwertet oder anderweitig entwickelt oder eben doch abgerissen werden soll.