Werner Jostmeier - (Vorsitzender des Hauptausschusses, damit auch zuständig für Medien und Rundfunk)
Die Versorgung mit breitbandigen Internetanschlüssen (schnelle Datenverbindung für Fernsehen, Videokonferenzen, Internettelefonie, Datenaustausch) ist nicht nur für Internetspiele und für den Privatmann interessant, sondern ist in erster Linie für den Mittelstand und für Geschäftsleute (Rechtsanwälte, Werkstätten, Handwerk, Arztpraxen usw.) auch ein ganz entscheidender Standortfaktor.
93% der Bundesrepublik Deutschland werden durch die Deutsche Telekom inzwischen mit der schnellen Breitbandverkabelung T-DSL versorgt.
Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es nach wie vor einige, wenn auch wenige, weiße Flecken hinsichtlich der Breitbandversorgung für das Internet gibt. Dazu gehören im Kreis Coesfeld mehrere Bauerschaften, dazu gehört im Bereich der Stadt Dülmen insbesondere der Ortsteil Merfeld und die Bauerschaft Welte.
Bereits mehrere Anbieter (CityCom, Versatel, Arcor, O2) haben versucht den Kundenwünschen hinsichtlich der DSL-Versorgung auf dem Lande durch Sky-DSL via Antenne oder via Richtfunk zu versorgen. Der Grund liegt darin, dass eine störungsfreie Versorgung von den Anbietern nur garantiert werden kann, wenn die Entfernung des Anwenders vom Netzknotenpunkt weniger als 4,9 km beträgt. Teilweise ist auch bei 5,2 km - 5,5 km praktiziert worden, eine DSL-Versorgung unter Inkaufnahme einzelner Schwächen zu realisieren, wenn der Kunde auf diese Versorgung seitens der Telekom bestand.
So konnte ich selber in Welte, obwohl mehr als 5,8 km vom Knotenpunkt entfernt, mit einer, wenn auch schwachen, DSL-Verbindung seit einem halben Jahr versorgt werden. Die positive Wirkung und den vorteilhaften Unterschied spüre ich in meiner täglichen Arbeit und spüren insbesondere meine Kinder, wenn sie größere Datensätze herunterladen oder verschicken, sofort.
Was die Versorgung Merfelds betrifft, hat die Telekom nun reagiert und festgestellt, dass das Reichweitenproblem mit der derzeitigen Technik nicht zu lösen ist. Selbst wenn sich mehr als 500 Haushalte in Merfeld sofort bereit erklären würden einen DSL-Antrag zu unterschreiben, müsste eine Sonderglasfaserleitung gelegt werden, deren Kosten in keinem Verhältnis zu den dann zu erwartenden Entgelten steht.
Es gibt jedoch einen kleinen Hoffnungsschimmer. Die Telekom AG testet eine neue Technik, die leider den "guten deutschen Namen" Outdoor-DSLAM (Digital Subscriber Line Access Multiplexer) trägt. Die Deutsche Telekom geht davon aus, dass diese neue Technik Ende des Jahres 2007 vollständig entwickelt und nach einer Wirtschaftlichkeitsprüfung und nach der Genehmigung durch die Regulierungsbehörde in Bonn den ländlichen Regionen angeboten werden kann. Auf meine konkrete Frage, ob man dann im Sommer des Jahres 2008 mit der Bereitstellung der entsprechenden Technik und der Vollversorgung der ländlichen Räume mit DSL-Anschlüssen rechnen könne, wollte sich die Sprecherin der Deutschen Telekom AG nicht festlegen. Sie bestätigte aber, dass es bei der Telekom höchste Priorität habe, die verbleibenden weißen Flecken von 7% in der DSL-Versorgung in den ländlichen Räumen in Deutschland zu schließen.
Ich bin mit der Deutschen Telekom so verblieben, dass ich Ende des Jahres konkret nach der weiteren Zeitschiene zur Installierung dieser neuen Technik nachfragen werde. Ich habe gute Hoffnung, dass die letzten weißen Flecken im Kreis Coesfeld bei der DSL-Versorgung insbesondere Merfeld und Welte Ende des Jahres 2008 werden versorgt werden können.