Rorup. „Wer hat denn die Flasche Warsteiner im Wasser vergessen?“, fragte NRW-Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg gestern in Rorup. Er stand zusammen mit Landrat Konrad Püning, Ludger Streyl, Vorsitzender der Naturfördergesellschaft und anderen Begleitern auf einer Brücke über den Fleisenbach und hatte dort eine Bierflasche entdeckt, die mitten im fließenden Wasser stand.
Auf seiner gestrigen Rundtour durch den Kreis Coesfeld nahm er auch die Uferrandstreifen am Fleisenbach in Augenschein. Wie Ludger Streyl erklärte, gebe es zwei Uferrandstreifenprogramme. Zum einen über die Flurbereinigung an den drei Haupbächen Welter Bach, Kleuterbach und Fleisenbach. Das sei damals so abgesichert worden zwischen den Landwirten und den Naturschutzverbänden. Die drei Hauptbäche, so Steyl, dienten als Dränbäche, in die das Wasser von den Äckern eingeleitet werde. Dann gebe es noch die Uferrandstreifenprogramme auf freiwilliger Basis zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft unter Federführung der Landwirtschaftskammer. Die Uferrandstreifen seien im Schnitt drei bis fünf Meter breit und dürften nicht bewirtschaftet werden. Die Uferrandstreifen, erklärte Streyl, würden von den Landwirten gepflegt. Das habe sich gut entwickelt.
Doch aus die Ausgleichsflächen für den Bau der B67n waren Thema in Rorup. Hier sollte ma sich einmal überlegen, auch die Uferrandstreifen in den Flächenausgleich zu übernehmen, so Streyl. „Biotope mitten in Flächen bringen nichts“, meinte er. Der Technische Beigeordnete Clemens Leushake ging auch auf die Ausgleichsflächen ein. Der Flächenverbrauch für den Bau der B67n gehe auch zu Lasten der Landwirtschaft, meinte er und forderte gleichzeitig eine Reduzierung dieser Flächen. „Wir haben doch 47 Hektar in der alten Kaserne, die könnte man renaturieren. Die Landwirte würden uns auf die Schultern klopfen“, meinte er schmunzelnd.
Vielleicht, so Leushake weiter, könne man das Problem Ausgleichsflächen beim Bau der B67n im Rahmen einer Flurbereinigung lösen. Einerseits solle der Bau der Straße endlich realisiert werden, die Stadt sage aber auch, dass man den Bedarf der Ausgleichsflächen reduzieren solle. Uhlenberg versprach, seinen Ministerkollegen Oliver Wittke darauf anzusprechen, ob man die Flächen nicht verringern könne, denn das diene auch der Akzeptanz der B67n. Uhlenberg: „An dieses Thema müssen wir jetzt drangehen“.