Gigantisch, was die Baufirmen für ein Loch ausgebuddelt haben. Die riesige Wanne liegt direkt vor den Gleisen neben der alten Max-Planck-Straße. Hier entsteht das große Trogbauwerk, das als Rechteck-Kastenprofil Ende Juni unter die Bahnstrecke geschoben wird. Es ist das Fundament für den dadurch wasserdichten Autotunnel, der die Schranken im Herzen Bulderns vergessen lässt. Bis es soweit ist, bleibt die seit dem 2. Februar gesperrte Max-Planck-Straße dicht. Der Bahnübergang wird auch nach Abschluss der Gleiserneuerungsarbeiten nicht wieder geöffnet. Die Bulderaner müssen mit ihrem zweigeteilten Dorf also noch ein halbes Jahr länger leben.
Nach Worten des städtischen Baudezernenten Clemens Leushacke soll ab Anfang kommenden Jahres die dann noch nicht komplett fertig gestellte Unterführung zumindest für Passanten, die aktuell den lästigen und wackeligen Umweg über die Fußgängerbrücke über die Gleise nehmen müssen, und Radfahrer frei gegeben werden. Autos sollen den fertigen Tunnel im Spätsommer 2008 durchfahren können.
Viele Bulderaner waren am Montagabend der Einladung der CDU gefolgt, um sich über den Stand der Bahnarbeiten in ihrem Ortsteil aus erster Hand zu informieren. Ein zentraler Punkt war dabei "die Beseitigung des niveaugleichen Bahnübergangs im Zuge der L 835", wie es so schön im Amtsdeutsch heißt.
Leushacke machte keinen Hehl daraus, dass die Straßenunterführung ursprünglich viel großzügiger geplant war. Da jedoch der Bund den Großteil berappen muss, bekamen die städtischen Vertreter bei den zuständigen Behörden immer wieder die klare Order, die Standards zu senken. Das ging sogar soweit, dass keine Pkw durch den Tunnel, sondern den Umweg über die dafür gebaute Umgehung fahren sollten. Die Stadt Dülmen konnte sich jedoch in diesem wichtigen Punkt in zähen Verhandlungen durchsetzen. "Wir wollen kein zweigeteiltes Buldern", so Leushacke.Die vereinbarte Formel, um zu sparen, lautet: Kurze Brücke, geringere Spannweiten = geringere Kosten. Die Max-Planck-Straße wird daher senkrecht zum Bahnkörper verschwenken. Der gut zwölf Meter lange und voll ausgeleuchtete Autotunnel bekommt eine Höhe von knapp 2,70 Meter, eine Breite von 5,50 Meter und einen beidseitigen Fußweg. Die Radfahrer werden auf dem Straßenraum geführt, was bei Tempo 30 kein Problem sei, erklärte Leushacke.Wie das Umfeld des Bahnhofs Buldern neu gestaltet werden kann, darüber macht man sich bis zum Sommer konkrete Gedanken. Die Pläne werden bei einer Bürgeranhörung nach den großen Ferien vorgestellt. "Vielleicht kann man mit dem Gebäude und dem Fahrradschuppen etwas anderes machen", deutete Leushacke bereits Veränderungen an. Gedacht wird an eine Radfahrstation. Klar ist, dass die Stellplätze für die vielen Leezen neu geordnet werden (müssen). Ziel sei es, einen Bahnhof der kurzen Wege zu realisieren. Dazu zählt, dass der Bahnsteig nach Münster über die Max-Planck-Straße hinaus verlängert werde. Die Lücken in den Lärmschutzwänden durch den Wegfall der Schranken sollen im Bereich des alten Bahnübergangs geschlossen werden.In Höhe der Tellenstraße auf der Max-Planck-Straße in Richtung Hiddingsel plant die Stadt einen Kreisverkehr, der einen Arm zum Landschulheim bekommen soll.
Quelle: Dülmener Zeitung vom 16.05.07