Lüdinghauser Tor ohne LKW – Spaziergang durch das Dülmen der Zukunft mit gleichzeitigem Blick auf die Historie

Ein Problem für die Stadtentwicklung ist der LKW-Verkehr in der Innenstadt. In diesem Punkt gaben die Teilnehmer eines vom CDU-Ortsverein Dülmen-Mitte organisierten Stadtrundgangs dem Baudezernent Clemens Leushacke uneingeschränkt Recht. Gleich an mehreren Stellen übertönten Geräusche der vorbeifahrenden Fahrzeuge die Ausführungen von Reinhold Reuver vom Heimatverein und Leushacke „Ich warte jetzt erst einmal, bis der LKW vorbei ist“, unterbrach sich der Baudezernent etwa vor der Kreuzkirche selber.
Rund 50 Dülmener waren der Einladung der CDU-Dülmen-Mitte am Mittwochabend gefolgt. Vom Marktplatz aus ging es für zweieinhalb Stunden durch die Innenstadt. An mehreren Stationen referierte Reuver zunächst über die Geschichte und historische Bedeutung der Orte, ehe Leushacke die Pläne der Zukunftsinitiative Dülmen (ZID) vorstellte. Diese waren bereits in einem Bürgerworkshop diskutiert worden.

Die ZID schlägt so für den Marktplatz vor, diesen zur Marktstraße hin abzusenken. So soll der Platz, der außerhalb von Veranstaltungen oft menschenleer sei, an die Fußgängerströme in der Nebenstraße angeknüpft werden. Auf der Südseite soll, so der ZID-Vorschlag, eine Freitreppe entstehen. Reuver verwies darauf, dass der Marktplatz vor dem Krieg durch eine zusätzliche Häuserzeile ein sehr versteckter, abgeschlossener Platz gewesen sei.

Vorbei am alten Kino an der Schulgasse ging es zur Münsterstraße. Diese sei 1945 künstlich angelegt und nicht in alten Stadtplänen mit ihrem jetzigen Verlauf eingezeichnet worden so Reuver. Für die Zukunft wünscht sich Leushacke eine klare Verkehrsentlastung. „Wir wollen initiieren, dass das Lüdinghauser Tor für LKW gesperrt wird.“ Er hoffe, dass die inzwischen fertig gestellte B 474n und die geplante Südumgehung weitere Entlastung bringen werde. „Ziel müsse es weiter jedoch sein, dass die Innenstadt gut mit dem PKW zu erreichen ist.

Gut zu erreichen seien für viele Kunden der Münsterstraße – neben dem neuen Kaufhaus die Stellflächen am Bendixgelände. In diesem Zusammenhang stellte Leushacke die ZID-Pläne für den Marienplatz vor der Kreuzkirche vor. Diese sehen eine Änderung des Straßenverlaufs der Elsa-Brandström-Straße vor, so dass aus der Kreuzung zwei schräg gegenüber liegende Abzweigungen werden. Vor Uckelmann entstünde eine Platzsituation mitsamt verlegter Marienstatue.

Weitere Stationen der Tour waren neben der Hermann-Leser-Schule, dem Nonnen und Lorenkenturm die Tiber- und Marktstraße. Hier lobte Leushacke die Fassadengestaltung, etwa am früheren Hotel Havelstadt sowie bei Ahlert. Vorab hatte Leushacke die Planungen für den Königsplatz (Reinermann) an der Natz-Statue erläutert. Denkbar sei, die Coesfelder Straße in eine Einbahnstraße zu ändern und im Umfeld eine Außengastronomie einzurichten. Dabei verwies er auf die Borkener Straße, wo „italienische Verhältnisse“ herrschen würden. „Trotz des Verkehrs setzen sich die Leute dort gerne hin.“