Dülmen. Den Ball nahm der Vorsitzende der Senioren-Union, Dieter Klaas, nur zu gerne auf. „Wenn ich noch einmal eingeladen werde, und in einem Jahr wieder vor Ihnen stehen darf, sind wir mit Sicherheit einen Schritt weiter.“ Klaus Kleerbaum, CDU-Fraktions-Chef, machte vor rund 30 Parteifreunden am gestrigen Nachmittag im St. Barbara-Haus deutlich: „Wir müssen uns nur trauen, rechtzeitig die Projekte anzupacken. Bevor der Wahlkampf beginnt und Sachargumente in den Hintergrund rücken.“
So wolle seine Partei in den nächsten 12 Monaten Perspektiven aufzeigen, was mit dem Marktplatz sowie den Parkplätzen Altes Stadtwerkegelände und Mesem („Das ist erheblich verbesserungswürdig und keine gute Stube“) geschehen könne. „Und in dieser Achse ist natürlich auch der Overbergplatz nicht zu vergessen“, so Kleerbaum. Den Stellenwert der Kirmes sieht der Fraktionschef der CDU nicht mehr als so hoch an. „Das hat sich in den vergangenen Jahren deutlich abgeschwächt.“ Auch die Kaufmannschaft plane, von einem verkaufsoffenen Kirmes-Sonntag abzurücken und dafür lieber am dritten Advents-Sonntag die Pforten zu öffnen. „Das spricht doch auch eine deutliche Sprache.“
Mittlerweile seien die finanziellen Rahmenbedingungen für die Stadt Dülmen wieder auf einem guten Weg. „Wir werden erstmals seit sechs Jahren wieder aus der Haushaltssicherung herauskommen und gehen mit einem Plus in 2008.“
Zum Thema Groß-Bordell im OK-Center sagte Kleerbaum deutlich: „Wir lassen uns keinesfalls erpressen.“ Rechtlich könne dem Vorhaben nichts entgegen gesetzt werden. „Es ist aber schon verwunderlich, wenn Pläne der mutmaßlichen Betreiber eher in der Dülmener Zeitung veröffentlicht werden, asldass diese im Rathaus bekannt sind.“ Daher sprach Kleerbaum von einer „unsäglichen Geschichte.“ Das Vorhaben werde von allen Fraktionen mit aller Entschiedenheit abgelehnt.
Das im OK-Center kein Aldi-Markt untergebracht werden könne, hänge mit dem bestehenden Bebauungsplan zusammen. „Da hätten wir damals festschreiben müssen: Gewerbegebiet kein Rotlicht-Milieu.“ Die CDU-Senioren wiesen darauf hin, dass der Bürger nicht verstehe, dass auf der einen Straßenseite Lidl und Aldi angesiedelt werden könne, im OK-Center aber nicht. „Das ist aber Verwaltungsrecht“, sieht Kleerbaum die Hände gebunden. Der CDU-Chef sagte aber auch: „Das Angebot zu Verhandlungen steht nach wie vor. Wir sind aber nicht am Zug.“
Die Kaserne bleibe ein Problem. „Da tun wir und der Bürgermeister uns schwer.“ Mit dem Bund als Verhandlungspartner gebe es durch aus Probleme. „Das wird uns noch längere Zeit beschäftigen.“
Quelle: Dülmener Zeitung