Dülmen. Mit Klaus-Viktor Kleerbaum (51) stellt Dülmen zum ersten mal den CDU-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag. „Er ist sicherlich in einer der stärksten Stellungen, die einer Dülmener CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat je hatte“, schätzt Stadtdirektor a.D. Dr. Hans Lemmen die Wahl ein. Mit Kleerbaum, der nach Worten des CDU-Vorsitzenden Werner Jostmeier „mit überwältigender Mehrheit“ gewählt worden sei, hat sich DZ-Redaktionsleiter Ralf Rephöler unterhalten.
Klaus-Viktor Kleerbaum & Willi Wessels Herzlichen Glückwunsch zum klaren Wahlergebnis, Herr Kleerbaum Kleerbaum: Vielen Dank. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und ein wenig stolz darauf. Es zeit das gute Miteinander zwischen den Kollegen innerhalb der Fraktion.
Was war Ihre Motivation, für das Amt des Vorsitzenden der Kreistagsfraktion zu kandidieren? Kleerbaum: Als bisheriger Stellvertreter Ludger Dinklers, der eine hervorragende Arbeit geleistet hat, war ich an vielen Prozessen direkt beteiligt und bin sozusagen voll im Geschäft. Durch Reduzierung und schlankere Strukturen wird nun der Aufwand für mich nicht vergrößert werden.
Was meinen Sie mit schlankeren Strukturen? Kleerbaum: Ich nenne ein Beispiel: Mein Ziel ist es, die Zeitabläufe auch bei den Ausschussitzungen zu konzentrieren. So kann die Rats- und Kreistagsarbeit auch für zeitärmere Menschen interessant werden.
In der Dülmener CDU-Fraktion wird formal alles bleiben wie es ist. Ich arbeite mit Willi Wessels, der für mich sowieso unersetzlich ist, auf Augenhöhe. Er wird mit mir gemeinsam die Fraktion fürhen – mit gleichen Kompetenzen. Meine Kollegen aus dem Dülmener Fraktionsvorstand hatten mir geraten, für den Kreisfraktionsvorsitz zu kandidieren.
Lässt sich die Zusammenarbeit zwischen Kommue(n) und Kreis enger vernetzen? Kleerbaum: Natürlich, Gemeinderat und Kreistag sind kein Widerspruch. Und wer aus seiner Ratsarbeit heraus die Situation der Gemeinden kennt, geht mit einem anderen Blickwinkel in die Verhandlungen auf Kreisebene. Nehmen Sie das große Thema Finanzen und Einsparungen. Da wissen die Ratsmitglieder hautnah, was den Kommunen zugemutet wird. Ein Instrument der Vernetzung sind die Runden der CDU-Fraktionsvorsitzenden aus dem Kreisgebiet, die ich gemeinsam mit Thomas Bücking aus Coesfeld auf den Weg gebracht habe. Im Rahmen der NKF-Haushaltsumstellungen werde ich die Kontakte zu den Bürgermeistern intensivieren und über ihren Sprecher Richard Borgmann aus Lüdinghausen abstimmen, welche Punkte den Bürgermeistern an Herzen liegen. Die Haushaltsverabschiedungen im Frühjahr sind ein Meilenstein dabei, wie sich Kreis und Kommunen zukünftig ausrichten.
Wie lange bleibt Klaus Kleerbaum der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion? Kleerbaum: Mindestens bis 2009. Bei vielen wichtigen Themen stehen Entscheidungen an. Wir haben die Umstrukturierung der Ortsteilschulen vor der Brust, die U-3-Betreuung ist eine wichtige Aufgabe, grundsätzliche Fragen der Innenstadtentwicklung gilt es zu klären. Und nicht zuletzt das Thema Stutte. Da kann ich nicht mittendrin abbrechen und sagen, ich konzentriere mich auf die Kreisebene. Was dann nach der Kommunalwahl 2009 wird, wissen wir heute alle noch nicht.