Sessel staute Wasser vor Abfluss / CDU informierte bei Radtour rund um Buldern über Hochwasserschutzmaßnahmen

Buldern. Ich kann nur immer wieder an den 1. Mai 2004 erinnern. Falls es wieder so einen Regen geben würde, wären alle unsere Hochwasserschutzmaßnahmen nicht imstande, die Überflutungen zu verhindern,“ sagte Jochen Gerle, Leiter der Dülmener Abwasserwerke.
Die CDU startete am Sonntag zusammen mit Ortsvorsteherin Edith Eiersbrock und interessierten Bürgern eine Fahrradtour rund um Buldern, bei der einige der vielen Hochwasserschutzmaßnahmen besichtigt wurden. Clemens Leushacke, Baudezernent der Stadt Dülmen, und Jochen Gerle führten die Gruppe dabei an. Das Reden musste Leushake allerdings Jochen Gerle überlassen, der Baudezernent konnte auf Grund einer leichten Erkältung kaum ein Wort sprechen und schonte seine Stimme.

Erste Station war das Drosselbauwerk am Wevelbach. Bei extremen Regenfällen war Wasser aus dem Kleuterbach über eine Grabenverbindung in den Wevelbach geflossen, und hatte im Siedlungsgebiet Raifeisenring zu Überschwemmungen geführt. Jochen Gerle betonte an dieser Stelle, dass es besonders wichtig sei, das die Anwohner darauf achten, den Randbereich des Baches nicht mit Müll oder sonstigem Unrat zu verdrecken, denn dies könne schnell zur Verstopfung der Abflussrohre führen. „Einmal habe ich erlebt, dass jemand einen ganzen Sessel in einen kleinen Fluss geworfen hat. Der stand dann genau vor dem Abfluss und staute alles,“ erläuterte Gerle.

Die Gruppe radelte dann weiter in Richtung Samsonsee. Dort könne im Hochwasserfall Wasser aus dem Karthäuser Mühlenbach in den Samsonsee geleitet werden. Auf diese Weise könnten etwa 160.000 Kubikmeter Wasser zwischengespeichert werden. Der Pegel des Sees würde dadurch um etwas einen Meter steigen und die Wasserspiegellage im Kleuterbach um 15 Zentimeter sinken.

Die nächste Station war der DRK-Kindergarten. Um diesen zu sichern, wurde eine Verwallung gebaut. Verwendet wurde dafür die Erde, die im Bereich des Regenrückhaltebeckens an der Buldergeist ausgehoben wurde. Die 250 Meter lange Verwallung ist als 2 Meter hohe Betonwand ausgestaltet. Am Hochwasserschutzpumpwerk Rödder bedankte sich Gerle: „Ohne die Arbeitsgruppen und die Kooperationsbereitschaft der Anlieger hätte dies alles nie fertig werden können. Wir haben auf sehr vielen Grundstücken gearbeitet, und die Anwohner haben uns ihr vollstes Verständnis gezeigt, dafür bin ich ihnen allen sehr dankbar. Mein Dank gilt allen Bulderanern“. Im Baugebiet Rödder wurde eine großdimensionierte Dainage gebaut. Diese nimmt Oberflächenwasser aus dem Baugebiet auf. Kommt von der Landseite viel Flutwasser, kann dieses durch zwei Fluttore abfließen. Doch wenn der Kleuterbach gleichzeitig Hochwasser führt bleiben die Fluttore verschlossen und wirkungslos.

Den letzten Halt machte die Gruppe am Bahnhof. Dort wird der Grundwasserspiegel momentan abgesenkt, damit die Bauarbeiten nicht gefährdet werden. Sobald die Baumaßnahmen abgeschlossen sind, sorgt eine Hochwasserschutzmaßnahme dafür, dass sich kein Regenwasser in der Unterführung staut.

Quelle: Dülmener Zeitung vom 16.10.2007