Dülmen. Immer mehr zentrale politische Entscheidungen fallen in Brüssel und Straßburg. Für viele Bürger ist dies ein Grund zur Skepsis gegenüber der Europäischen Union und ihrer Institutionen. Diese Befürchtung konnte Dr. Markus Pieper bei seinem Besuch in Dülmen zwar nicht vollständig ausräumen, dafür bot sich viel Raum für kontroverse Diskussionen mit dem CDU-Europaparlamentarier, der sich selbst als Quereinsteiger in die Politik bezeichnet.
Auf Einladung des CDU-Stadtverbandes sprach Pieper am Donnerstagabend im St.-Barbara-Haus über die Schwerpunkte seiner Arbeit, die vom EU-Beitritt der Türkei bis zur Subventionsordnung in der Landwirtschaft reichen.
Insbesondere zu letzterem Thema konnte der Abgeordnete die Dülmener Landwirte beruhigen: „Zwar wird die Förderung von einer Betriebssubvention bis 2013 auf eine Flächensubvention umgestellt, davor muss der Kreis Coesfeld aber keine Angst haben.“ Durch diese Maßnahme sie „ein Mehr an Marktwirtschaft zu erwarten, merkte der Europapolitiker an. Eine weitere gute Nachricht konnte Pieper am Abend ebenfalls mitbringen. Da bestimmte Fördermaßnahmen in Osteuropa nicht abgerufen wurden, wird zusätzliches Geld in Infrastrukturmaßnahmen, von denen die Menschen vor Ort profitieren werden. Dazu gehöre unter anderem der Ausbau des Flughafens Münster-Osnabrück (FMO). Neben dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur im ländlichen Raum spiele weiterhin der Ausbau der Datenautobahn eine wichtige Rolle. Speziell die Versorgung mit breitbandigen Internetanschlüssen sei im ländlichen Raum nach wie vor ein Problem, ergänzte Markus Pieper. In Dülmen sind hier speziell die Ortsteile im Außenbereich der Stadt betroffen.
Im Zusammenhang mit den aktuell steigenden Energiepreisen sieht Pieper vor allem Handlungsbedarf bei der Politik. Dementsprechend sie die Förderpraxis erneuerbarer Energien für steigende Strompreise mitverantwortlich. Ein weiterer Punkt war der Bezug zwischen der Europa- und Landespolitik. Hier gebe es eine enge Abstimmung zwischen ihm und Werner Jostmeier, der sich für die Interessen des Wahlkreises im Ausschuss für die Regionen einsetze.