Bürgermeister: Kandidat steht im Sommer fest - Keine Vorentscheidung bei der CDU gefallen

Definitiv, innerhalb der Dülmener CDU ist noch keine Vorentscheidung gefallen, wer im kommenden Jahr der Bürgermeisterkandidat sein wird. „Erst zum Ende der Sommerpause wird die CDU-Mannschaft für die Kommunalwahl 2009 personell besetzt sein - einschließlich des Bürgermeisterkandidaten", sagt Parteivorsitzender Dr. Josef Gochermann im Gespräch mit der Dülmener Zeitung. Somit bleibt offen, ob Jan Dirk Püttmann, der sich selbst noch nicht zu seiner Zukunft geäußert hat, ein drittes Mal für das Spitzenamt im Rathaus antreten wird.
Der CDU-Stadtverbandsvorstand unter der Führung Gochermanns hat vor wenigen Tagen die erste organisatorische Runde mit Blick auf die Kommunalwahl eingeläutet. In 2009 werden neben der lokalen Wahl auch der Bundestag und das Europaparlament gewählt. Dazu kommen die Landtagswahlen in 2010. Die genauen Daten indes sind noch offen.

Klar ist, dass ab Herbst die Mitgliederversammlungen der einzelnen Ortsverbände über die Bühne gehen und im ersten Quartal 2009 der Stadtverband tagt. Dabei fallen natürlich die Entscheidungen, wer in den einzelnen Wahlbezirken kandidiert. Und die Ortsverbände werden auch ihr Votum für den Bürgermeisterkandidaten abgeben, der also bis zur ersten Versammlung im Herbst feststehen muss. Daraus ergibt sich, dass die persönliche Entscheidung eines jeden Kandidaten - ob für den Rat oder für das Bürgermeisteramt - bis zum Ende der Sommerpause fallen muss. Spätestens.

Ziel Gochermanns ist es, eine geschlossene Mannschaft mit nur einem Bürgermeisterkandidaten zu präsentieren. „Das ist nicht etwas, was auf dem Marktplatz ausgetragen werden sollte. Gleichwohl kann noch keiner einen Hut in den Ring werfen, weil überhaupt noch kein Ring da ist“, kommertiert der CDU-Parteichef die Äußerungen Werner Bertlings, Vorsitzender der Dülmener Landwirte, der Püttmann öffentlich zur erneuten Kandidatur aufgefordert hatte (DZ berichtete).
Oberstes Ziel der CDU sei es, Dülmen voranzubringen. Und dafür sollen der Bürgermeister und die CDU-Stadtverordneten eine handlungsfähige Mehrheit bekommen, nennt Gochermann das Wahlziel für 2009. „Das allein steht im Vordergrund und nicht die ein oder andere persönliche Entscheidung Diesem Ziel werden sich sämtliche Personalfragen unterordnen." Heißt im Klartext: „Wenn die CDU die Mehrheit haben wolle, müsse sie mehrheitsfähig sein. „Und das ist das Entscheidungskriterium in den kommenden Monaten - auch für das Aufstellen des Bürgermeisterkandidaten", sagt Gochermann.

Der zweimal direkt gewählte CDU-Bürgermeister Püttmann habe in 1999 von einem Minimum von zwei Amtsperioden gesprochen. „Wir werden seine Antwort nicht einfordern. Jan Dirk ist ein intelligenter Mann mit einer hohen Qualifikation auf einem hohen fachlichen Niveau", schwärmt Gochermann. Sollte sich Püttmann, der wie jeder andere Kandidat von der Partei gewählt werden müsste, jedoch gegen eine erneute Kandidatur aussprechen, „wird er seine Entscheidung so rechtzeitig treffen, dass die Suche nach einem dann notwendigen Nachfolger rechtzeitig innerhalb der Partei möglich sein wird", sagt Gochermann.

Trotz unterschiedlicher Auffassungen in manchen inhaltlichen Fragen ziehen Partei- und Fraktionschef sowie Bürgermeister an einem Strang, betont Gochermann. „Es geht stehts in die gleiche Richtung, auch wenn es zwischen starken Köpfen mal funkt.“ Einen Anlass, vermittelnd einzugreifen, sieht Gochermann nicht. „Mag sein, dass Reibereien zu erkennen sind, aber wir haben ganz andere Themen mit denen wir uns beschäftigen“, sagt er in Richtung SPD.