Dülmen. „Runde Tische“ zur Inneren Sicherheit, Bürgerwehren, die Wiedereinführung von „Dorf-Sherriffs“: Viele Ideen und Diskussionsthemen haben sie schon, die Mitglieder des neuen Arbeitskreises „Innere Sicherheit“, den die Kreis Senioren Union gestern im Hotel „Zum Wildpferd“ in Dülmen gründete. Zum Vorsitzenden wurde Franz Ranneberg aus Coesfeld-Lette gewählt, der bereits auf Landesebene in diesem Bereich engagiert war. Ergänzt wird das Vorstandsteam durch den stellvertretenden Vorsitzenden Peter Benkendorff (Havixbeck) sowie Schriftführer Hermann Fischer aus Rosendahl.
In der Geburtsstunde des Arbeitskreises: v. l. Hubert Wiggenhorn (Coesfeld), Walter Hormann (Lüdinghausen), Landrat Konrad Püning, Polizeidirektor Adalbert Groß, Peter Benkendorff (Havixbeck), Franz Ranneberg (Coesfeld-Lette) und Bruno Schmied (Dülmen). N„Wir brauchen wieder den guten alten Ortssherriff“, hob Ranneberg hervor. Schon psychologisch trage eine verstärkte Präsenz der Polizei dazu bei, dass weniger Verbrechen verübt würden, meinte er in einer ersten Gesprächsrunde mit Landrat Konrad Püning und Polizeidirektor Adalbert Groß, Leiter der Abteilung Gefahrenabwehr/Strafverfolgung bei der Kreispolizeibehörde. Ranneberg forderte rund um die Uhr besetzte Polizeiposten auch in größeren Ortsteilen. Das „platte Land“ dürfe nicht länger benachteiligt werden. Püning und Groß äußerten Verständnis dafür, zeigten aber auch Grenzen auf. „Es steht und fällt alles mit dem Personal“, sagte der Landrat. Eine realistische Chance, eine solche Aufstockung zu erreichen, gibt es aus seiner Sicht allerdings nicht. Zur Zeit hat die Kreispolizeibehörde rund 200 Mitarbeiter. Wenn man eine Stelle rund um die Uhr besetzen wolle, bedeute das fünf Mitarbeiter. Und neue Kräfte seien nicht nur teuer, sondern rar. So wolle das Land dieses Jahr 1100 Neueinstellungen vornehmen. Es werde aber immer schwerer, junge Leute für den Polizeiberuf zu begeistern. Bewährt, so Püning, habe sich das Konzept des Bezirksbeamten, das auch weiter forciert werden soll.
Der Arbeitskreis will darüber diskutieren, ob die Polizei zur vorbeugenden Gefahrenabwehr schon bei der Bauleitplanung gehört werden sollte. Eine Idee, die auch Püning und Groß guthießen. 2009, peilt der Arbeitskreis an, soll im Kommunalwahlkampf eine sicherheitspolitische Großveranstaltung im Kreis Coesfeld durchführt werden. Dafür will Ranneberg den bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein, zu dem er gute Kontakte hat, gewinnen.