Karte fördert bald alle Familien

In diesem Punkt sind sich alle Fraktionen einig: Die Familie genießt einen ganz besonderen Stellenwert in Dülmen und soll deshalb noch mehr gefördert werden.
Und so stand am Ende im städtischen Jugendhilfeausschuss doch der einstimmige Beschluss, das auf zwei Jahre angelegte Modellprojekt - zukünftig allen Familien mit minderjährigen Kindern die Familienkarte auszustellen - auf den Weg zu bringen. Eltern und Kinder sollen auch in den Genuss eines Rabattierungssystems, zum Beispiel im Handel, kommen, über das mit der Kaufmannschaft verhandelt wird. Weitere Institutionen sollen sich anschließen.
Zuvor hatte es in der Diskussion einen nicht unerheblichen Knackpunkt bei dieser von allen gewollten Neustrukturierung gegeben. Denn verbunden ist die neue Familienkarte mit weiteren Gutscheinen, die im düb, bei Bildungsstätten oder bei den Sportvereinen eingelöst werden können. Die SPD wollte, dass diese Gutscheine ebenso einkommensunabhängig an alle ausgegeben werden, weil man sonst eine Stigmatisierung einkommensschwacher Familie befürchte, erläuterte Brigitte Kress.

Neben der 1. Beigeordneten Christa Krollzig („Man kann den Euro nur einmal ausgeben“) verwies auch Willi Wessels (CDU) auf die dann zu hohen Kosten für den städtischen Haushalt. Bei einer einkommensunabhängigen Ausgabe liegen die reinen Gutscheinkosten bei 375.000 Euro. Gibt es eine einkommensabhängige Ausstellung (Einkommensgrenze 25.000 Euro) kommen auf die Stadt 125.000 Euro zu.
Wessels sprach sich dafür aus, mit diesem Gutscheinsystem besonders die Familien zu unterstützen, „die finanziell nicht auf Rosen gebettet sind“. Ein Ansatz, dem die Vertreter der freien Träger folgten. Und so schloss sich am Ende die SPD - inklusive der einkommensabhängigen Gutscheinverteilung - an, „um Einstimmigkeit bei der Familienkarte zu erzielen“, wie Brigitte Kress betonte. Denn einig ist man sich darin, dass das deutlich erweiterte Angebot die Familienkarte attraktiv mache. Wessels sprach von einem „Quantensprung für Dülmen“ und appellierte an den Handel, sich beim Rabattierungssystem - also bei Vergünstigungen für alle Familien - einzubringen. „Die Familienkarte muss ein Markenzeichen sein“, betonte er.

VON RALF REPÖHLER, DÜLMEN