Dülmen. Drei Stunden hatte sie im hinteren Saal der Marktwirtschaft getagt. Der CDU-Stadtverband schlägt seinen Mitgliedern vor, den 53-jährigen Juristen bei der Versammlung am 5. Februar 2009 als Bürgermeisterkandidaten aufzustellen. Zuvor hatte Püttmann, der seit 1999 Chef im Rathaus ist, seine Bereitschaft für eine damit dritte Kandidatur erklärt.
Dem bis 2009 gewählten Bürgermeister liegt die langfristige Stadtentwicklung nach wie vor am Herzen. Er möchte die auf den Weg gebrachten Entwicklungen weiter anschieben und begleiten. Er spricht u.a. von der Veränderung der Schullandschaft, der OK-Immobilie und der Kaserne. "Man muss eine ruhige Hand haben, Eile kostet Zuschlag", sagt er. Nach dem Diktat des eisernen Sparens, um die städtischen Finanzen wieder in den Griff zu bekommen, reizt Püttmann dank der Haushaltskonsolidierung das aktive Gestalten - mit Augenmaß. Denn auch der Abbau der Schulden habe für ihn Priorität.
Weitere Schwerpunkte seien die qualitative Weiterentwicklung der Innenstadt. Püttmann liegt die soziale Gerechtigkeit innerhalb Dülmens ebenso am Herzen, wie die (soziale) Sicherheit. Und eines sagt er auch ganz deutlich: "Mir wird ja immer nachgesagt, dass ich nicht unter mangelndem Selbstbewusstsein leide. Aber manchmal gehen wir mit unserem Dülmen zu selbstkritisch um. Wir können stolz auf unsere Stadt sein!"
Püttmann machte deutlich, dass die Bereitschaft zur erneuten Kandidatur eine schwierige Entscheidung gewesen sei, die die gesamten Sommerferien in Anspruch genommen habe. "Wer sich schnell entscheidet, bedenkt nicht." In der Familie seien Tränen geflossen. Püttmann weiß, dass es leichtere Jobs - gerade auch für das familiäre Umfeld - gibt, als das Bürgermeisteramt. "Meine Kinder hatten mir zu anderen Optionen geraten", sagt er offen. Am Ende aber geben Herzblut und Heimatliebe den Ausschlag.
"Dankbar und gerührt" ist Püttmann über die einstimmige Empfehlung des Stadtverbandsvorstandes. Vor der Einigkeit waren hinter verschlossenen Türen bei Preun deutliche Worte gefallen. Gochermann spricht von einer sachlichen und offenen Diskussion; Schwachstellen, die es zu optimieren gelte, seien angesprochen worden. "Es ging um Punkte im Umgang und in der Abstimmung zwischen Fraktion und Verwaltung. Hier hatten wir in der Vergangenheit Reibungsverluste und Kommunikationsprobleme, die aber nun Schnee von gestern sind."
Der Parteichef betont, dass Püttmann und Partei in Sachfragen nie auseinander gewesen seien. Es sei normal, dass die ehrenamtliche Ratsfraktion und der hauptamtliche Bürgermeister mit anderen Erwartungen die politischen Prozesse angehen würden. Als Parteivorsitzender sei Gochermann mit dem Abend sehr zufrieden. "Es war unheimlich wichtig, dass es uns in einer sachlichen Atmosphäre gelungen ist, gemeinsam in die Spur zu kommen."
Und was sagt Püttmann dazu? "Ich bin jemand, der klar Position bezieht. Es ist mir lieber, man reibt sich an mir, als dass man nicht weiß, wo ich stehe. Im Politikgeschäft der letzten Zeit gab es bestimmte Phänomene, die ich zutiefst ablehne. Mit diesem Satz aber ist das Thema für mich beendet."