20 Hektar je Brachvogel

Dülmen. Die E-Jugend der Sportfreunde Merfeld feiert mit den neuen Trikots die ersten Siege. Ähnliche Erfolge erhofft sich die Unternehmerinitiative B 67n, die für den Lückenschluss dieser wichtigen Trasse für das Westmünsterland zwischen Bocholt und Dülmen kämpft und vor einem Monat den Kickern die Trikots mit ihrem Logo überreicht hatte. IHK-Vizepräsident Heinrich-Georg Krumme sprach damals davon, dass der letzte Bauabschnitt um Dülmen herum vermutlich 2014 in Betrieb genommen werde.
CDU-Landtagsabgeordneter Werner Jostmeier bestätigt die Zeitschiene nach einem Gesprächstermin mit der Niederlassung Coesfeld des Landesbetriebes Straßen NRW. Danach soll zu Beginn 2009 der Planfeststellungsbeschluss auf den Weg gebracht werden. "Vor Ende 2011 wird es - realistisch betrachtet - keinen Baubeginn geben", sagt er zur DZ.


Der Grund für die zeitliche Verzögerung von über einem Jahr im Vergleich zu früheren Planungen liege im Einpflegen des Landschaftgesetzes, das einen Flächenausgleich von nur noch 1:1 vorsieht. "Diese neue Regelung ist in trockenen Tüchern und Merfeld ein Pilotprojekt für NRW", sagt Jostmeier.

Nach der alten Regelung hätten 250 Hektar an Ausgleichsflächen bereit gestellt werden müssen, nun sind es 118 Hektar an Kompensationsflächen, die multifunktional genutzt werden, bestätigt Roland Krumm, der bei Straßen NRW in Coesfeld zuständig für die B 67n ist. Darin enthalten seien auch je 20 Hektar Lebensraum, die für drei Brachvögel in dem Gebiet der künftigen Trasse erforderlich seien. Jostmeier berichtet, dass sich die Landesministerien für Umwelt und für Verkehr auf diesen Konsens verständigt hätten. "Das ist nicht definitiv entschieden. Es gibt Gegengutachten", bremst der Landespolitiker, der aber von einer Verständigung beider Ministerien ausgehe. So benötigt ein Brachvogel zwischen 12 und 65 Hektar Lebensraum.

Die Gesamtmaßnahme B 67n zwischen Reken und Dülmen-Nord ist 15,5 Kilometer lang und wird 41 Millionen Euro kosten. Sie verläuft nördlich der L 600, wechselt im Kreuzungsbereich der K 48 auf die Südseite der L 600 bis zur Wildpferdebahn. Anschließend wird die L 600 erneut gekreuzt und die Trasse in Parallellage zum Kannebrocksweg geführt. Im Bereich Merfeld liegt die Trasse nördlich der L 600 und überquert diese in Höhe der Bahnlinie. Der Bereich bis zur Kreuzung mit der B 474 verläuft südlich der L 600. Ab der B 474 wird die Trasse in einem großen Bogen auf die Anschlussstelle Dülmen-Nord der Autobahn 43 zugeführt.

Zurzeit liegen die Unterlagen beim Landesverkehrsminister, bevor sie noch in diesem Jahr zum Bundesverkehrsministerium gehen.


Quelle Dülmener Zeitung / RALF REPÖHLER