100 Haushalte ohne Strom

Dülmen (bkö). Mag sein, dass es ein schlechtes Zeichen war, als Stadtwerke-Geschäftsführer Johannes Röken bei der Mitgliederversammlung der CDU Kirchspiel zum Thema "Wie sicher ist unsere Stromversorgung?" referieren wollte, dabei aber am Dienstagabend in der Klosterschänke Karthaus Probleme mit der Stromzufuhr zu seinem Beamer bekam. Irgendwie klappte es dann aber doch, und so konnten sich die CDU-Mitglieder umfassend über die Zahlen rund um den Stromausfalls im Münsterland während des Schneechaos am ersten Adventswochenende vergangenen Jahres informieren.
Dülmen hatte dabei noch vergleichsweise gute Karten, insgesamt rund 100 Haushalte hätten kurzfristig auf Strom verzichten müssen. Dabei unterstrich Röken die gute Arbeit im Krisenmanagement der Stadtwerke, deren Mitarbeiter teilweise bis tief in die Nacht mit Reparaturmaßnahmen beschäftigt waren, wofür es ein Lob vom CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Dr. Josef Gochermann gab.

Der aktuellen Diskussion um einen höheren Anteil an regenerativen Energien im Strommarkt konnte Johannes Röken nicht beipflichten: "Es wird in den nächsten 20 Jahren keine andere Energieversorgung als heute geben."

Eine besondere Ehre wurde drei CDU-Mitgliedern im Kirchspiel zuteil: Hermann Eilers, Heinrich Schenk und Adolf Lechler wurden vom CDU-Landtagsabgeordneten Werner Jostmeier für ihre 50-jährige Parteimitgliedschaft mit einer Urkunde und goldener Nadel geehrt. Weiterhin beschäftigte sich die Mitgliederversammlung mit aktuellen Fragen der Kommunalpolitik. Kritik wurde der SPD-Fraktionsvorsitzenden Lisa Stremlau geübt, deren Haushaltsrede von der Mitgliederversammlung "als persönliche Abrechnung" mit Bürgermeister Jan Dirk Püttmann empfunden wurde. Püttmann wiederum machte erneut seinem Ärger mit dem SPD-Landtagsabgeordneten André Stinka rund um die Stellenkürzung in der Jugendeinrichtung Neue SpinnereiLuft: "Wenn jemand wie Stinka behauptet, ich würde alles alleine entscheiden, ist das falsch. Es gibt noch andere Stadtverordnete im Rat." Besonders ärgerlich sei, dass sich das Verfahren nur auf persönlicher Ebene abgespielt und es keine konkreten Beiträge von Seiten der SPD gegeben hätte.

Zur Entwicklung des Einzelhandels bezog der Bürgermeister eine klare Position für die geplante Erweiterung des Real-Marktes: "Wenn es den Real-Markt nicht geben würde, ginge es Dülmen nicht besser." Ebenso sei die Innenstadt durch das Großprojekt am Halterner Tor nur minimal betroffen. "Darüber sind wir froh, denn so viele Kaufleute rennen uns in Dülmen nicht die Tür ein", so der Bürgermeister. In Fragen der Schulpolitik will die Stadt in jedem Falle versuchen, die Grundschulen in den Ortsteilen zu erhalten.
15. März 2006 | Quelle: Dülmener Zeitung