„Den Job des Verkehrsministers könnten Sie locker mitübernehmen“, rief Bürgermeister Jan Dirk Püttmann Armin Laschet am Rande dessen Stippvisite in Dülmen zu. Der NRW-Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration war am Montagnachmittag auf Einladung der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) zu Gast. Und um bei der Besichtigung schneller von A nach B zu kommen, hatten sich Laschet und Püttmann kurzerhand aufs Tandem geschwungen.
Familienminister Armin Laschet (M.) trug sich bei seinem gestrigen Besuch in das Goldene Buch der Stadt Dülmen ein.Doch noch beeindruckender als die Fahrkünste des anderen fanden die beiden dabei die Tatsache, dass sie in nur einer Viertelstunde an zehn sozialen Einrichtungen vorbei geradelt sind. Hieß das Motto des Besuchs doch „Chancengleichheit durch Familienberatung, Bildung und Erziehung“. „Ich bin beeindruckt, was für ein dichtes Netz es hier in Dülmen gibt“, so der Minister.
Begonnen hatte Laschets Besuch im Familienzentrum Heilig Kreuz. Dort stellte Leiterin Elfriede Medding die Einrichtung vor, die seit vergangenem Jahr zertifiziertes Familienzentrum ist. Bei einem Rundgang machte sich der Minister selbst ein Bild. Er freute sich, dass „KiBiz“ dort kein Schreckenswort sei. „Man kann das System nutzen, und das tun Sie“, lobte Laschet.
Nach der Radtour erreichten die Besucher die Familienbildungsstätte, wo sie von Leiterin Irmgard Neuß begrüßt wurden und Armin Laschet sich in das Goldene Buch der Stadt eintrug. Im Anschluss stellten Püttmann und Dieter Hilgenberg, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, Dülmen vor. Im Schweinsgalopp ging es durch all das, was Dülmen als familienfreundliche Stadt auszeichnet - angefangen bei den unter Dreijährigen bis hin zu den Senioren.
Hilgenberg berichtete, wie in Dülmen innerhalb eines Jahres und unter großer Kraftanstrengung die Zahl der Betreuungsplätze für unter Dreijährige gesteigert wurde - von einer Quote von neun auf 19 Prozent.
Dafür gab es auch vom Minister Lob, der auf Landesebene vorrechnete: „2005 gab es 11.000 Plätze. Jetzt sind wir bei 86.000.“ Der Wille, viel Geld in frühkindliche Bildung zu stecken, sei da. Doch noch immer gibt es viel zu tun, meinte der Minister, der zuvor im Familienzentrum erfahren hatte, dass doch noch einigen Eltern von unter Dreijährigen eine Absage erteilt werden musste. 19 Prozent sei für Dülmen jedoch „sensationell gut“ und werde von manch größerer Stadt nicht erreicht.
Auch, wenn sein Ministerium einen langen, umständlichen Namen habe - es sei kein „Gedöns“, wie man früher oft gemeint hätte, sondern drehe sich um zentrale gesellschaftspolitische Fragen.