Mehr Präsenz in den Wahlkreisen

Ortsverband analysiert Kommunalwahl-Ergebnis und informiert sich über Stadtwerke-Arbeit

Der Versammlungsort Stadtwerke Dülmen hatte ungeahnte Aktualität bekommen. „Bei der Wahl dieses Ortes haben wir nicht geahnt, was auf uns zukommt, aber wir können hier erhobenen Hauptes stehen“, sagte Willi Wessels, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Dülmen-Mitte, bei der Jahreshauptversammlung.
Die Diskussion um den Gas-Sondertarif griff Wessels, gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, gleich zu Beginn auf. „Ohne Wenn und Aber, man hätte es besser kommunizieren müssen“, gab er selbstkritisch zu.

Selbstkritisch zeigte sich Wessels auch bei seinem Jahresbericht, bei dem er das Ergebnis der Kommunalwahl analysierte. Die Ergebnisse seien nicht zufrieden stellend gewesen, so Wessels, auch wenn man mit 45 Prozent immer noch stärkste politische Kraft sei. Sehr frühzeitig habe man Themenfelder besetzt, doch durch die Verschiebung des Wahltermins sei das Konzept „verhagelt“ worden. „In den Wahlkreisen hätten wir mehr tun können“, analysierte Wessels. So habe man zum Teil sehr deutlich an den Ergebnissen ablesen können, dass bei großer Anwesenheit im Wahlbezirk auch die Stimmanteile gestiegen seien. Künftig müsse man mehr Präsenz in den Wahlkreisen zeigen. Wichtig sei Glaubwürdigkeit.

„Wir stehen dazu, wie wir es gemacht haben“, so Wessels mit Blick auf die verlorene Bürgermeisterwahl. Anders als die SPD habe man sich an das Wahlkampfabkommen gehalten und sei davon ausgegangen, dass es eine eher negative Wirkung beim Wähler habe, wenn der Kandidat überall plakatiert sei, ergänzte Stadtverbandsvorsitzender Dr. Josef Gochermann. Man habe es nicht geschafft, eine Koppelung zwischen Bürgermeister und CDU herzustellen, gab er zu.

Positiv bewertete Wessels die Zusammenarbeit mit der FDP im Rat in „vertrauensvoller Atmosphäre“. Man warte nun auf die Einbringung des Haushaltes durch die Bürgermeisterin. „Wir wollen mit unserer Politik handlungsfähig sein“, man müsse mit Augemaß agieren. Beim CBG-Umbau sei man in der Pflicht, so Wessels. Angesichts der Haushaltslage könne man in der Aula keine Veranstaltungssituation schaffen, die Aula würde jedoch als Aula bestehen bleiben.

Ehe im Anschluss der CDU-Landtagsabgeordnete Werner Jostmeier die Versammelten auf den Landtagswahlkampf einstimmte und sich den Fragen, teilweise auch Kritik, der Mitglieder zu Themen wie der Schulpolitik und der Affäre um die Landtagspräsidentin Regina van Dinther stellte, informierte Geschäftsführer Johannes Röken über die Arbeit der Stadtwerke und die „Versorgung aus einer Hand“. Er erläuterte die Größe der Netze für Gas, Wasser und Strom und stellte die Aufgaben der Stadtwerke in den drei Einzelbereichen vor. „Wer hier in Dülmen ein neues Haus baut, kann alle Hausanschlüsse von uns bekommen“, betonte er.