Bis zum 31.12.2015 müssen alle Hausanschlüsse auf ihre Dichtigkeit hin überprüft werden, schreibt der Gesetzgeber vor. Diese Frist gilt jedoch nicht für Trinkwasserschutzgebiete, die eher überprüft werden müssen. Und da 250 der 1050 Hausanschlüsse in Hausdülmen in einem Trinkwasserschutzgebiet liegen, wollen die Abwasserwerke Dülmen diese noch bis Ende 2010 überprüft haben - und als Test für das weitere Vorgehen im restlichen Stadtgebiet nutzen. Dies erläuterten Heinz Roters und Jochen Gerle, der kaufmännische und der technische Leiter der Abwasserwerke, auf Einladung des CDU-Ortsverbandes bei dessen Mitgliederversammlung.
Jochen Gerle (l.) und Paul Roters informierten bei der CDU Hausdülmen über die Dichtigkeitsprüfung.„Die Kilometeranzahl der privaten Kanäle übertrifft die der öffentlichen deutlich“, berichtete Gerle. Während die öffentlichen regelmäßig gewartet werden würden, gehe man davon aus, dass rund 75 Prozent der privaten Kanäle undicht seien. In Dülmen gelte die Regelung, dass die Grundstückseigentümer für die Anschlüsse ab der Grundstücksgrenze verantwortlich sind. „Wer nach 1995 gebaut hat, der müsste bereits einen Dichtigkeitsnachweis haben“, betont Gerle. Überprüft werden müssen die Mischwasser- beziehungsweise Schmutzwasseranschlüsse, in Trennsystemen nicht die für Regenwasser.
Durchgeführt werden können die Dichtigkeitsprüfungen nur von speziell ausgebildeten Sachkundigen, berichteten Roters und Gerle. In Dülmen gebe es derzeit fünf solcher Sachkundigen, eine Liste hat das NRW-Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz im Internet veröffentlicht, die ständig ergänzt werde. Die Abwasserwerke raten Nachbarschaften dazu, sich bei der Prüfung zusammen zu tun. „Zu 100 Prozent begrüßen wir es, wenn sich Solidargemeinschaften zusammenschließen“, so Gerle, so könne man beispielsweise bei den Kosten sparen. Rund 300 bis 500 Euro kostet die Reinigung und Überprüfung, eine Sanierung zwischen 2000 bis 8000 Euro.
Um die Bürger, vor allem die betroffenen Hausdülmener, über die Prüfung zu informieren, wollen die Abwasserwerke zu einer Informationsveranstaltung ins St.-Barbara-Haus einladen. Eine Infoseite im Internet soll erstellt werden, Flyer gedruckt und möglicherweise ein Bürgertelefon eingerichtet werden. Zudem wolle man mit den betroffenen Betrieben sprechen, berichteten Gerle und Roters von den bisherigen Planungen.
Mit dem Konzept, das die Abwasserwerke Dülmen zur dülmenweiten Dichtigkeitsprüfung erstellt haben, sowie den Fristen für die übrigen Ortsteile befassen sich Bauausschuss und Rat in der kommenden Sitzungsstaffel.