Hinkommen, reinkommen und klarkommen

Kreis Coesfeld. CDU und CDA wollen im Kreis Coesfeld Barrieren abbauen: Für die CDA ist Teilhabe der Schlüssel zu menschlichem Fortschritt, sagte Anni Willms vom Arbeitskreis Zukunft der Pflege, der mit der CDA zu einer Informationsveranstaltung mit Ministerialrat Andreas Burkert vom NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales eingeladen hatte.
Auch im Kreis Coesfeld gelte es durch persönliches, berufliches und politisches Handeln vorhandene Barrieren in Sinne des Behindertengleichstellungsgesetzes abzubauen. Davon profitieren nicht nur behinderte Menschen, sondern viele Gruppen, wie ältere Menschen, Kleinkinder oder Eltern mit Kinderwagen, so Willms. Voraussetzung ist es, sich in den anderen Menschen hineinzuversetzen und die Welt mit seinem Blick zu sehen und zu hören. Die Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes werde daher auch in der Kommunalpolitik noch für einen längeren Zeitraum als Querschnittsaufgabe verstanden werden müssen. Zuvor hatte Ministerialrat Burkert über das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG NRW) informiert. Ziel dieses Gesetzes sei die gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft durch die Herstellung von Barrierefreiheit. Grundsätzlich dürfe den Menschen zur freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit nichts im Wege stehen so Burkert. Entsprechend dem Normalitätsprinzip sollen gestaltete Lebensbereiche Barrierefrei sein, d.h. man muss Hinkommen, reinkommen und klarkommen führte der Referent aus. Hier werde auch der Perspektivenwechsel im Gesetz deutlich: wurde früher der behinderte Mensch als Objekt der Fürsorge verstanden, werde er heute als Subjekt mit Rechten auf gleicher Augenhöhe angesehen, so Burkert. Die eindeutige Regelung im Bauordnungsrecht NRW, garantiere, dass Arztpraxen und öffentliche Einrichtungen barrierefrei errichtet werden.
18. April 2006 | Quelle: Dülmener Zeitung