Sie soll pflegeleicht sein, 160 bewegliche Teile haben, Nerven aus Drahtseilen und einen Schoß, auf dem zehn Kinder gleichzeitig sitzen können. Was sich nach den Eigenschaften eines Superhelden anhört, spiegelt die Erwartungen wider, die heute an Erzieher gestellt werden. Mit einer kurzen Geschichte über Pädagogen als Über-Menschen eröffnete Theresa Hahn ihren Vortrag über „die neuen Anforderungen an den Erzieherberuf“ im St.-Barbara-Haus.
Dieter Hilgenberg moderierte den Dialog zwischen Erzieherinnen und CDU-Politikern beim Forum KinderbetreuungDer CDU-Stadtverband Dülmen lud am Dienstagabend zum Forum Kinderbetreuung ein, denn immerhin sei „die Familienfreundlichkeit ein Markenzeichen unserer Stadt“, wie CDU-Vorsitzender Markus Brambrink betonte.
Hahn, die seit vielen Jahren als Sozialmanagerin im Bereich Projekte für Kinder und der Erwachsenenbildung tätig ist, gab den zahlreichen anwesenden CDU-Mitgliedern einen Einblick in die Welt der Erzieher, die ihrer Meinung nach „vor immer größere Herausforderungen gestellt werden“.
Besonders die zweite Stufe zur Revision des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) wird von Pädagogen mit Spannung erwartet. Diese sieht unter anderem eine Verfügungspauschale vor, mit deren Hilfe Kitas personell verstärkt werden können. Außerdem soll zukünftig jedes Kind von Anfang an alltagsintegriert und stärkenorientiert sprachlich gefördert werden. Hierzu bekommen Fachkräfte die Möglichkeit, sich zusätzlich zu qualifizieren.
Die meisten Sorgenfalten bereitete den Anwesenden allerdings das einheitliche elektronische Anmeldesystem, mit dem sich Familien um einen Platz in einer Einrichtung bewerben können. „Das zentrale System ist ein großer Knackpunkt“, weiß Hahn.
Filomena Müller, Direktkandidatin der Partei, sieht vor allem die sozialen Aspekte bei dem Navigationssystem vernachlässigt: „Muss es denn wirklich sein, dass man nur noch über den PC miteinander kommuniziert?“, gab Müller zu bedenken. „Und was ist mit Eltern, die einen Migrationshintergrund haben und die Sprache nicht richtig verstehen?“, ergänzte sie.
Ähnlich sah es auch Parteimitglied Roland Hericks: „Eltern werden auf den persönlichen Kontakt nicht verzichten wollen“, war sich der Direktkandidat für den Wahlbezirk acht sicher. Hahn hingegen konnte selbst schon gute Erfahrungen mit dem neuen Anmeldeverfahren machen und versuchte die Gemüter zu besänftigen: „Wir sollten das System nicht sofort verschmähen, sondern es als Ergänzung sehen und nicht als Ersatz“.
Am Ende des Abends blieb die Erkenntnis, „dass man sich nur überraschen lassen kann“, so Hahn, wie die vorgesehenen Änderungen des KiBiz umgesetzt werden. Bleibt zu hoffen, dass sie es den Erzieher einfacher machen, ihre Aufgaben als Superhelden des Alltags zu meistern.