Fachforum zur Offenen Ganztagsschule der CDU Dülmen

Wunsch nach flexibleren Betreuungszeiten an Grundschulen

„Ich versuche einmal die Diskussion des heutigen Abends zusammenzufassen“, mit diesen Worten begann der Moderator des von der CDU veranstalteten Forums „Offene Ganztagsschule“, Markus Brambrink, ein Resümee zu ziehen. „Neben dem Interesse am guten OGS-Angebot in Dülmen, gibt es von Eltern ein spürbares Verlangen nach einem flexibleren Angebot für eine Betreuung nur an einzelnen Nachmittagen – vergleichbar mit den Angeboten in den Kindertagesstätten.“
Der CDU-Landtagskandidat Dietmar Panske griff das Resümee auf und machte deutlich, dass in der Landes-CDU dieser Wunsch angekommen ist. „Nach der Landtagswahl steht dieses Thema auf der Tagesordnung. Wir wollen dem Elternwillen entsprechen und das heutige OGS-Angebot um flexible Anteile erweitern.“

Zunächst startete der Abend mit der Vorstellung der OGS an der Paul-Gerhardt-Schule durch deren Leiterin Marlies Storck-Schwabe. Durch die hohen Anmeldezahlen konnten dort inzwischen sogenannte Ganztagsklassen gebildet werden, bei denen alle Kinder an der OGS teilnehmen. Dadurch kann der Tagesablauf neu rhythmisiert werden, so dass z. B. Sport- oder Musikunterricht in den Nachmittag gelegt werden konnten.

Anschließend gab Klaus Ricker vom Fachbereich Schule, Sport, Kultur einen Überblick über die Angebote in Dülmen und die ein-gesetzten finanziellen Mittel. Alleine für die OGS wird ein Betrag von rund einer Million Euro ver-wendet. Davon rund ein Viertel als freiwilliger Qualitätszuschuss, beschlossen durch den Rat der Stadt Dülmen. Darüber hinaus gibt es an den OGS-Standorten das Betreuungsangebot 8 bis 1, dass für Schülerinnen und Schüler, die nicht an der OGS teilnehmen, eine Betreuung bis 13:30 Uhr sicherstellt. An den Standorten ohne OGS wird die Betreuung z. T. bis 15 bzw. 16 Uhr angeboten. Im Anschluss stellte Janine Pillipp, die Vertreterin der Elterninitiative „Für eine familienfreundliche OGS“ aus Haltern am See das Anliegen vor. Daraus entwickelte sich eine intensive Diskussion, die noch einmal deutlich gemacht hat, dass aufgrund des derzeitigen Erlasses der Landesregierung ein Träger einer OGS dafür sorgen muss, dass die Schülerinnen und Schüler die OGS mindestens bis 15 Uhr an fünf Tagen in der Woche besuchen. Bei einem Verstoß droht das Land mit der Rückzahlung der Fördermittel, die in Dülmen ca. die Hälfte des Budgets, also eine halbe Million Euro, ausmachen. In diesem Zusammenhang wies eine Pädagogin auf die missverständliche Bezeichnung „offene Ganztagsschule“ hin. Damit sei kein flexibles Angebot gemeint, sondern „offen“ bedeutet, dass es sich um Angebot an die Eltern zur freiwilligen Nutzung handelt. Die gegenteilige Bezeichnung findet man in der „gebundenen Ganztagsschule“. Bei einer solchen Einrichtung müssen alle Schüler am Ganztagsunterricht teilnehmen. Gebundene Ganztagsschulen werden jedoch erst in der Sekundarschule I, also an Haupt-, Real-, Sekundarschulen und Gymnasien angeboten.

Das Resümee des Abends viel dann doch einmütig aus: „Neben dem heutigen Angebot der OGS muss auch die flexible Betreuung, wie sie in Dülmen angeboten wird, bestehen bleiben und vom Land finanziell gleichgestellt werden. Heute erfolgt dort keine pro-Kopf-Finanzierung und daher kann sie nur mit hohem ehrenamtlichem Engagement aufrecht gehalten werden. An dieser Stelle erwarten wir nach der Landtagswahl eine deutliche Verbesserung zum Wohle der Eltern und Kinder, die eine flexible Betreuung wünschen.“ Mit diesem Statement beendete Markus Brambrink die zweistündige Diskussion. Weitere Informationen zur Elterninitiative erhalten Sie unter: www.ogs-familienfreundlich.de