"Schutz des Sonntags beginnt am Samstag"

"Der Sonntag gehört den Familien und nicht dem Einzelhandel. Am Wochenende müssen Familie und Kinder den Ton angeben und nicht das Klingeln der Ladenkassen“, warnt MdB Karl Schiewerling als Landesvorsitzender des Kolpingwerks NRW eindringlich vor einer zu maßlosen Liberalisierung des Ladenschluss in den einzelnen Bundesländern. Für Karl Schiewerling beginnt der Schutz des Sonntag bereits am Samstagnachmittag. Er fordert deshalb einen verbindlichen Ladenschluss von samstags 18 Uhr bis montags 6 Uhr.
Karl Schiewerling MdBKarl Schiewerling MdB
Mit der Föderalismus-Reform fällt der Ladenschluss in die Zuständigkeit der Länder. Etliche Bundesländer, so auch NRW, haben bereits angekündigt, die bisherigen Regelungen erheblich zu lockern. Das Kolpingwerk NRW, das sich für seine rund 108.000 Mitglieder gerade im Bereich der Familienpolitik engagiert, erwartet von den Bundesländern einen konsequenten Schutz des Sonntags für die Familie.


NRW-Kolpingvorsitzender Karl Schiewerling, der als CDU-Bundestagsabgeordneter für die Föderalismusreform im Parlament gestimmt hat, registriert zwar die Ankündigung der meisten Bundesländer, wonach sie an eine Lockerung der Sonntagsregelung noch nicht denken. „Aber die Betonung liegt wohl auf dem Wörtchen noch“, macht sich Schiewerling massiv Sorgen. Und diese Sorge hat handfeste Gründe: „Was nützt einem der Ladenschluss am Sonntag, wenn am Samstag die Geschäfte bis Mitternacht aufbleiben können? Damit wird aus Sicht der Familien der Schutz des Sonntags zur reinen Farce“, kritisiert Schiewerling.


Er fordert deshalb zum Schutz des Sonntags klare Grenzen für die Ladenöffnung am Wochenende: „Die Ladentüren müssen von samstags um 18 Uhr bis montags um 6 Uhr dicht bleiben. Etwas anders ist der Masse der arbeitenden Eltern und ihren Kindern nicht zuzumuten“, unterstreicht Schiewerling. Bereits in der Woche komme durch die Komplett-Öffnung eine erhebliche Mehrbelastung auf die Familien zu. Die Familien brauchen allein schon dafür eine „verlässliche und geschützte Ruhephase, in der sie zu sich selbst finden und wieder Kraft tanken können. Ein geschützter Tag in der Woche hat eine zentrale soziale Bedeutung für Familie, Freundeskreise, Nachbarschaften, Vereine und Verbände. Der Sonntag muss ein besonderer Tag bleiben, sonst verflacht das Leben.“, verdeutlicht Karl Schiewerling. Der Kolpingvorsitzende betont dabei grundsätzlich: „Der Sinn des Lebens ist wahrlich mehr, als zu jeder Tages- und Nachtzeit einkaufen zu können!“


Karl Schiewerling verweist gleichsam darauf, dass hinter der Sonntagsfrage wesentlich mehr als nur eine ideologische oder kirchliche Frage steht. „Unsere Gesellschaft beklagt das Fortschreiten an Orientierungslosigkeit und Werteverluste unter Kindern und Jugendlichen. Hinzu kommt die stetige Vereinsamung vieler Kinder sogar in halbwegs intakten Familien. Wer dann noch das Familieleben am Wochenende zusätzlich durch eine unbedachte Liberalisierung des Ladenschlusses belastet, darf sich nicht über die krassen Folgen für die Familien und Kinder und letztendlich auch für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft wundern“, macht der Kolping-Landesvorsitzende auf die eigentliche Dimension der Ladenschluss-Debatte aufmerksam.